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Zur Natur des Künstlichen

Eine virtuelle Reise zu den “doors of perception”

Dass künstliche Intelligenz, so intelligent sie auch sein mag und Kunst einen intimen Umgang pflegen, steht außer Frage. Denn der Kunst ist das Künstliche trotz aller mimetischen Einfühlungen in die abzubildende Welt immer ein unhintergehbares Anliegen gewesen. Das Künstliche ist der Weg zu einer transzendierenden Welterfahrung, wenn wir in dem Garten der Lüste von Hieronymus Bosch und zahllosen Prospekten in höhere Weltzustände folgen wollen. Für Platon verband sich mit der Verkunstung der Welt das Verdikt der Wirklichkeits- und Wahrheitsverfehlung, für zahlreiche Künstler aber das Motiv, der Wirklichkeit durch das Künstliche auf die Sprünge zu helfen oder es zu transzendieren. Gerade in dieser Spannung zwischen Wirklichkeitsverfehlung und Wirklichkeitsintensivierung gewinnt das Verhältnis zwischen Künstlichkeit und Kunst seine eigentliche Dynamik. Dialektisch betrachtet ist das Künstliche kein Gegensatz zum Wirklichen, sondern dessen Spiegel, Kontrastfolie und potenzieller Steigerungsmodus zugleich. Denn was Platon als Schatten der Idee verachtete, begriffen andere – insbesondere von der barocken Illusionskunst über die romantische Ironie bis hin zur digitalen Simulation – als Möglichkeit, durch die Brechung des Wirklichen dessen innere Struktur erst sichtbar zu machen.