Erinnerung ist kein gerader Weg
Bonn zeigt seine Geschichte nicht als geschlossenes Panorama, sondern in Überlagerungen: das römische Bonn unter dem heutigen Straßennetz, die kurfürstliche Epoche in den großen Linien der Stadt, das bürgerliche Bonn in Fassaden und Gewohnheiten, die Nachkriegszeit in Bildern, die längst selbst historisch geworden sind.
Diese Seite bewahrt einen kleinen dokumentarischen Ausschnitt aus dem persönlichen Bonn-Archiv. Im Mittelpunkt steht eine Aufnahme von 1978; die nachgeordneten Verweise führen in das über Jahre gewachsene Bild- und Projektarchiv zur Stadt.
Eine Stadt erinnert sich nicht nur in Denkmälern. Sie erinnert sich in Blickwinkeln, Bildfehlern, Umbauten – und in dem, was beinahe übersehen wurde.
Stadtbilder und Erinnerungsspuren
Dokument, Montage und künstlerische Verfremdung stehen hier nebeneinander. Die Bilder behaupten keine lückenlose Chronik; sie lesen Bonn als bewegliches Gedächtnis.
Bonn zur Römerzeit
Wer vom römischen Bonn spricht, spricht von einer Stadt, die unter der sichtbaren Stadt weiterbesteht. Nicht als vollständig erhaltenes Bild, sondern als Grundriss, Fundschicht und Ahnung: eine frühe Ordnung am Rhein, über die später Straßen, Häuser und neue Lebenswelten gelegt wurden.
Castra Bonnensia war militärischer Ort und zugleich Ausgangspunkt eines vielgestaltigen Siedlungsraums. Zum Lager gehörte die Welt vor seinen Toren: Familien, Handel und Handwerk, Versorgung und Alltag. Das römische Bonn bestand deshalb nicht allein aus Befestigung und Disziplin, sondern ebenso aus den Bewegungen einer wachsenden Gemeinschaft.
Von dieser frühen Stadt ist heute vieles dem unmittelbaren Blick entzogen. Und doch blieb ihre Ordnung nicht folgenlos. Linien des einstigen Lagers wirken im späteren Stadtgrundriss nach; archäologische Spuren treten bei Bauarbeiten oder Grabungen hervor und erinnern daran, dass urbane Gegenwart stets auf älteren Entscheidungen ruht.
Gerade die Überlagerung macht die historische Tiefe Bonns erfahrbar. Antike Mauern verschwanden unter mittelalterlicher, kurfürstlicher, bürgerlicher und moderner Bebauung. Geschichte zeigt sich hier nicht als unberührte Kulisse, sondern als fortgesetztes Umschreiben eines Ortes – Schicht über Schicht, ohne dass die früheren ganz verstummen.
Das römische Bonn ist weniger eine ferne Vorzeit als ein unsichtbarer Mitbewohner der heutigen Stadt.
Kunst in Bonn
Wenn ich über Kunst in Bonn nachdenke...
Ausgewählte Einstiege: Beethoven Exil, Bonner Bergwelten, Old Postcards und Denkmaltausch.
Weitere historische Bonn-Projekte
Das gewachsene Archiv öffnet Seitenpfade in Stadtgeschichte, Bildkunst, Beethoven-Rezeption und Bonner Architekturdebatten.