Eine kleine Architekturmappe aus Bonner Möglichkeiten: Festspielhäuser zwischen Stadtbild, Gegenentwurf und digitaler Laune. Die Entwürfe nehmen das Repräsentieren ernst genug, um es gelegentlich nicht ernst zu nehmen.
Entwürfe und Gegenentwürfe
Sechs Versuche, einem kulturellen Versprechen eine überraschende Adresse zu geben.

Moderates Chaos
Die Bauordnung hat kurz den Raum verlassen; der Rhein behält vorsichtshalber die Übersicht.

Diadem
Ein Haus trägt Krone – und Beethoven liefert das denkbar knappe Regierungsprogramm: Freude.

Beethovenhalle
Das Bestehende betrachtet sich im Spiegel und entdeckt darin bereits eine Variante.

Bonn-zen
Am Rhein wird die Pagode zur Gelassenheitsübung für die deutsche Standortdebatte.

Container-Lösung
Monumentalität beginnt dort, wo der Alltagsbehälter von seiner Größe überzeugt ist.

Kassenmodell
Die Kultur rechnet nach und erhält als Zwischensumme immerhin ein Gebäude.
Lichtwechsel und Stilproben
Wenn Form, Farbe und historische Erinnerung nach Dienstschluss weiterentwerfen.

Nachtansicht
Nach Einbruch der Dunkelheit wird selbst die Fassade zum leuchtenden Programmheft.

Night
Die Konturen bleiben wach, während der Entwurf seine dunkelste Möglichkeit ausprobiert.

Postpostmodern
Nach dem Danach kommt ein Haus, das seine Zitate bereits beim Eintreten spiegelt.

Bescheiden
Ein städtisches Großprojekt passt ausnahmsweise in die Westentasche.

Retro-Style
Die Zukunft ruft an; leider hat sie noch eine Wählscheibe.

Romantische Variante
Die Fassade gerät ins Schwärmen und dreht dem rechten Winkel eine kleine Locke.
Bühne und Stadt
Vier Schlussbilder zwischen Konstruktion, Karneval und Bonner Größenfrage.

Dekonstruktion der Bühne
Die Bühne zerlegt sich selbst, damit der Auftritt endlich bei den Linien beginnen kann.

Karnevalisch
Wenn die Architektur Kamelle wirft, bleibt selbst der Grundriss nicht ganz nüchtern.

Semper Fortuna
Beuel erhält ein Portal von solcher Entschlossenheit, dass der Rhein kurz zur Auffahrt wird.

Festspielhaus Bonn – Übersicht
Play it again: Die große Debatte bleibt hinter den Entwürfen als eigentliche Bühne sichtbar.
Digitale Architekturarbeiten und Varianten, Goedart Palm, 2009. Die verlinkten Motive führen zu ihren bestehenden Projekt- und Archivseiten.