Ausgewählte Texte aus dem Webdiarium, entstanden zwischen 2008 und 2016. Die ursprünglichen Fassungen und ihre Datierung bleiben erhalten.
Inhaltsübersicht · 18 Texte
- Netzliteratur, Hypertext, Hyperfiction, Hypernothingness
- Medientheorie - auch die haben wir so geliebt!
- Die Welt der ornamentalen Texte
- Leser Überleser Nichtleser
- Nietzsche und der Hautgout der Texte
- Film und Fortschritt
- Die Langsamkeit der Medientheorie
- „Versprich es mir“ (2007) von Emir Kusturica
- Warum uns das Internet antiquiert erscheint!
- A serious man oder eine Selbstbefreiung des Kinos
- Untiefen der Reklame
- Journalistische Erkenntnis
- Studiert nicht Medientheorie!
- Information Incest
- "Sapere aude" in volatilen Zeiten
- Das digitale Gespenst der Freiheit
- Zur "Bearbeutung" der Literatur
- Verfall eines Mediums: Kino
22.06.2008
Netzliteratur, Hypertext, Hyperfiction, Hypernothingness
Bemerkenswert, mit wie viel Enthusiamus das Netz als literarisches Medium begrüßt wurde, weil man nicht erkennen wollte, dass der Mangel produktiver sein könnte als die Opulenz, und nun das Netz sich von jeder Literatur, die als Netzliteratur gelten könnte, um Lichtjahre entfernt hat. Die Fiktionalität setzt andere Kontexte voraus, als sie das Netz bietet. Das Netz ist einer fiktionalen Konstruktion so nahverwandt, dass jedes Aufpropfen von Literatur ein vergeblicher Prozess ist, eine andere Geltungsebene einzuziehen. Auch "Second Life" hat keine Zukunft, weil der Reiz im Wechsel zwischen virtuellen und nichtvirtuellen Zuständen liegt, endlose Verschachtelungen virtueller Zustände führen zur Selbstauflösung. Auch Investoren werden das vielleicht morgen schon begreifen.
14.07.2008
Medientheorie - auch die haben wir so geliebt!
Vermutlich ist Medientheorie ein Irrtum, weil das Gegenstandsfeld so wenig statisch ist, dass jede Theorie Gefahr läuft, mit kürzesten Halbwertszeiten obsolet zu werden. Ohnehin bedeutet Theorie, Wirklichkeit so zusammenzufassen, dass eine mögliche Praxis mit ihr verbunden sein könnte. Hat je eine Medientheorie Medienmanifestationen maßgeblich geprägt? Wurden mediale Ereignisse nur per Theorie möglich oder hechelte die Medientheorie einigen Phänomenen nach, die sich bei näherem Zusehen als wenig willfährige Medienobjekte erwiesen? Theorie ist ein Handwerkszeug, mehr nicht. Wenn das consensus omnium wäre, wären wir ein großes Stück weiter. Für Theorie heißt das wie für jede "engine": Entweder sie funktioniert oder sie tut es nicht. Zwar mögen falsche Theorien richtige Theorien fördern und solche Umwege muss man akzeptieren so wie sieben Brücken oder sieben Fässer Wein. Doch eine Theorie, die selbstreferentiell bleibt, genießt sehr schnell einen Einsamkeitsstatus, der ihre - neudeutsch gesprochen - Anschlussfähigkeit beeinträchtigt. Medientheorie, so wie sie heute praktiziert respektive gelehrt wird, ist ein müßiges Geschäft, das für hoffnungsvolle Karrieren eher nicht mehr in Betracht kommt.
25.01.2009
Die Welt der ornamentalen Texte
Ich öffne einen Umschlag. Man schenkt mir einen Jubiläumskugelschreiber mit Namensaufdruck. Warum gibt es solche Dinge auf der Welt? Hier muss eine Ontologie der Selbstverfehlung einsetzen. Also wäre ich dement, wäre der Aufdruck tendenziell hilfreich, mich meiner zu erinnern. Verschenke ich den Kugelschreiber, wird der Sinn auch klar: Denkt an mich! Aber wer will schon einen Gegenstand, auf dem der Name eines anderen prangt? So ist der Gegenstand ohne Bestimmung, obwohl er doch so spezifisch erscheint. Das Ornament endet nicht in der Form, sondern setzt sich im Text fort. Die Welt der ornamentalen Texte...
25.01.2009
Leser Überleser Nichtleser
"Wer den Leser kennt, der tut nichts mehr für den Leser. Noch ein Jahrhundert Leser - und der Geist selbst wird stinken." So spricht selbstverständlich die Angst, nicht gelesen zu werden. Heute ist es so, dass wir auf "Maschinenleser" warten, getreue Leser, die aufmerksam und umfassend unseren Gedanken folgen, unsere Profile erarbeiten und schließlich mit besseren Kriterien die Spreu vom Weizen trennen. Das sind erhebende Bilder: Der Tag der jüngsten Lektüre.
18.02.2009
Nietzsche und der Hautgout der Texte
Nietzsche dachte an den Leser, der die Texte ruiniert, als an jenen uns geläufigen Über- und Nicht-Leser, der nicht mit dem Autor kooperiert und damit den Geist einer Gesellschaft selbst trifft. Doch was ist der Geist einer Gesellschaft? Hat der sich je auf Leser und Autoren verlassen? Ist Nietzsches "Geist" eine metaphyische Erscheinung, die über den gesellschaftlichen Abwässern schwebt? Was in diesem Sinne Nietzsches nicht der Leser besorgt, werden schließlich die Blogger erreichen. Texte unterscheiden sich nur noch unwesentlich von der "parole", was dann die Frage auslöst, welche Differenzierungsverluste die gesellschaftliche Sprachverfassung hinnehmen wird. Dass Bestseller oder "Kanon" dem entgegenwirken ist nicht zu erwarten. Sprache wird dann eine späte Leidenschaft einer aussterbenden Spezies.
21.05.2009
Film und Fortschritt
Die bei weitem wichtigste Errungenschaft des Films in den letzten Jahren ist das Bonus-Pack, die Bilder des "making of", die Mutationen der Maske und alle anderen Vor- und Hinterbilder einer Produktion. Der Film wird entauratisiert und damit analytisch. Diese "special features" vervielfachen unsere Perspektiven und damit zugleich den Film. Dabei ist es ein Nebenthema, nun den "director´s cut" oder die "final version" zu reauratisieren, weil wir selbst nun den "cut" machen, der uns wichtig erscheint. Die "schönsten Stellen" werden konzentriert, bis das Drama verschwindet. Die Zeit wird gestreckt, gestaucht, entmachtet. Der Film der Zukunft? Die Entwicklung zeichnet sich ab: Der Film, der uns vom Zuschauer zum Macher emanzipiert, wir denken unseren Film selbst und die "engines" machen den Rest. Hier erst wird sich der Begriff des "Heimkinos" erfüllen.
Goedart Palm beim Betrachten der "Collector´s edition" von Pans Labyrinth (Labyrinth halten wir als Stichwort fest)
26.05.2009
Die Langsamkeit der Medientheorie
Die gegenwärtige "Medientheorie" krankt an ihrer Langsamkeit. Es fehlt die "verrückte" Perspektive, es fehlen die technischen Neuerfindungen der Welt. Diese Theorie, die in diversen Varianten mit geringer Kraft um Aufmerksamkeit heischt, ist bereits im Moment ihrer Entstehung antiquiert. Wäre die Medientheorie ein notwendiger Beitrag zum Diskurs dieser Tage würde sie kein Schattendasein fristen. Oder glaubt irgendwer, dass diese "Schätze" morgen gehoben werden, wenn die Phänomene ganz andere sein werden? Wer nicht begreift, dass Medien ihre Selbstaufhebung einleiten, wird keine sinnvollen Aussagen über Medien machen, weil sich der Blick durch die Apparate (Erscheinungen) vernebeln lässt. Das ist freilich kein Plädoyer für eine Replatonisierung der Medientheorie, da die "Höhle" selbst in ihrem platonischen Arrangement ein philosophisches Blendwerk ist und nicht dessen Aufhebung.
Goedart Palm
16.08.2009
„Versprich es mir“ (2007) von Emir Kusturica
„Versprich es mir“ (2007) von Emir Kusturica wurde kritisiert, doch was die meisten vorschnellen Kritiker übersehen, sind die dynamischen cineastischen Momente, die den Vergleich mit unzähligen Hollywood-Produktionen, müdem europäischem Autoren-Kino etc. nicht scheuen müssen. Kusturica gelingt es, seinen Film in die Vertikale zu stellen - das mag mitunter konstruiert erscheinen, doch in diesem Film geht es um Konstruktionen, um die verschiedensten Formen von "Vertigo", um zwingende Verkehrungen, die die Dinge wieder in das Lot bringen. Slapstick stört hier nicht, sondern ist notwendig, um die Verkehrung der Dinge plausibel zu machen. Das WTC, das nun in Serbien neu entstehen soll, ist die leitmotivische Überkonstruktion des ganzen Films. Auch wenn Kusturica sich selbst hier und dort plagiiert, ist das doch die ehrbarste Form des Diebstahls. Wer den Film so strukturell betrachtet, wie er gemacht wurde, dem wird sich auch die Ästhetik des notwendigen Chaos erschließen. Kusturica bleibt einer der wenigen, der überhaupt weiß, was Kino ist. Das ist Verdienst genug. Happy end, was sonst?
Goedart Palm
23.01.2010
Warum uns das Internet antiquiert erscheint!
Das Internet wird von unzähligen Usern bedient, die medienkompetentiell konservativ bzw. antiquiert reagieren. Da werden Prinzipien und Mentalitäten virulent, die Jahrhunderte alt sind und denen die Dynamik fehlt, die das Medium auszeichnet. Das ist, um eine leicht schräge Metapher zu bemühen, so, als ob einer mit dem Fahrrad surfen wollte. Schräg ist die Metapher, weil diese Teilnehmer des Netzes nicht im Strudel verschwinden, sondern wenigstens an der Peripherie der Aufmerksamkeit unsere Nerven strapazieren. Ich befürchte, dass klassische Verlautbarungsweisen, einschließlich Online-Journalismus und Blogs, chancenlos sind. Das Qualitätsgerede - etwa des Alpha-Journalismus - zeugt von reiner Hilflosigkeit. Das Netz langweilt in diesen virtualisierten Formen alten Denkens, alter Medienpraxis etc. Demnächst - wie immer - mehr...
Goedart Palm
28.11.2010
A serious man oder eine Selbstbefreiung des Kinos
A serious man, 2009, Regie Ethan und Joel Coen ist nicht deswegen ein bemerkenswerter Film, weil er den Alltagsk(r)ampf als das eigentliche, cineastisch so untypische Ereignis darstellt. Der Film hintertreibt pointenreich das Prinzip der Pointe. Fast alle Handlungsstränge, die wir antizipieren, mögen sich ereignen, aber gezeigt wird es nicht. Also kommen die Geschichten nicht zu ihrem Ende und der Rabbi fragt Gopnik, der sich hilfesuchend an ihn gewandt hat, warum ihn denn die Auflösung der belehrenden Geschichte überhaupt interessiere. Diese Frage ist die Pointe. Denn die Geschichte in ihrem spektakulären Verlauf ist das Ereignis. Die Pointe, die noch erzählt werden könnte, wäre keine. Geht es uns nicht oft so in Filmen, insbesondere bestimmter Genres, dass die Auflösung die Spannung niemals rechtfertigt. Also lässt uns der Rabbi in der Spannung, ohne den Witz zu verraten, weil der gerade keiner sein könnte. Die Regisseure lernen während des Films. Als der Internist den Helden auf der Arbeit anruft, weil er mit ihm jetzt und persönlich über die Röntgenergebnisse sprechen will, geht es um Sein oder Nichtsein. Das, jetzt haben wir es gelernt, ist der Moment, den Film zu beenden. Alltag ist eine aufgeschobene Katastrophe. Das war von je die bürgerliche Moral der Lebens- und Todesversicherung.
Goedart Palm
18.02.2012
Untiefen der Reklame
David Beckham erscheint dieser Tage auf einer peinlichen Werbung für H & M-Unterwäsche. Die weiße Wäsche wird über eine marmorierte Tapete gelegt, will sagen: über verspielte Tätowierungen, die umso alberner erscheinen, als David so martialisch männlich wie kompromisslos in die Kamera blickt. Hier passt eigentlich gar nichts, obwohl doch das die conditio sine qua non der Klamotten-Veranstaltung ist. „Dress like Beckham“, wäre vielleicht der Slogan, der auch nicht die Bilder zu retten vermag. Inszenierungen, die schon in ein paar Jahren zum Schenkelklopfer werden wie heute die Reklame der 50er und 60er Jahre. Man wundert sich darüber, wer heute in den Werbestudios sitzt.
Goedart Palm
30.09.2012
Journalistische Erkenntnis
Spiegel Online Zitat im Ressort Gesundheit über einen 86jährigen Raucher: "Prognosen sind wie Wettervorhersagen - meistens falsch." Diese Quintessenz wäre vor Jahren im gedruckten Spiegel ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Einem der vielen "Vorleser", jenen Lektoren, die skrupulös nach Fehler suchten, wäre das aufgefallen. Die Basis-Erkenntnis lautet hier: Prognosen sind wie Prognosen - meistens falsch. Abgesehen davon, dass wir uns schon unzählige Male zu Recht auf Wetterprognosen erfolgreich verlassen haben, wäre daraus nur eine Pointe geworden, wenn Prognosetypen substantiell unterschieden worden wären. Eine astrologische Prognose wäre eine Kategorie, die etwa gegen ärztliche oder meterologische Vorhersagen auszuspielen wäre. Aber alles das ist viel zu viel Semantik in Zeiten der Verlautbarungspest wie diesen.
Goedart Palm
23.10.2012
Studiert nicht Medientheorie!
Medientheorie ist kein Studium wert. Denn wenn sich mediale Gebrauchsweisen zu konturieren scheinen, verschwinden sie bereits wieder in der nächsten Technologiekaskade. Dem hecheln dann Theoretiker hinterher, die den ständigen "Paradigmenwechsel" nur noch als Provokation empfinden können. Dieser Prozess lässt sich detailliert beschreiben, er ist vor allem aber eins: kategorienlos.
Goedart Palm
02.06.2014
Information Incest
Es gibt eine Vermehrung von Informationen, die nicht nur mindestens ebenso bizarr, sondern sogar inzestuös ist. Vorzüglich ist diese Technik bei Ereignissen ohne jedes verfügbare Wissen einzusetzen: "Das Nachrichtenmagazin XYZ berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass zu den irakischen Massenvernichtungswaffen weiterhin keine Informationen vorliegen." Das "journalistische Ethos" führt hier dazu, dass die Information der Nichtinformation des Kollegen wiederum als eigene Information an die Öffentlichkeit weiter gereicht werden kann. Über diesen selbstreferentiellen Sachverhalt könnte man dann auf einer nächsten Ebene erneut "aufklären"...ad lib. Kurzum: Dieser Berufsstand und seine Artverwandten hat noch eine prächtige Zukunft vor sich, solange er die geeigneten Leser findet.
Goedart Palm
20.06.2014
"Sapere aude" in volatilen Zeiten
Bildung ist ein fragiles Gut, weil vormalige Kanonisierungen wie etwa klassisch-humane Bildung oder naturwissenschaftliche nur noch bedingt taugliche Kategorien der Welterschließung bereithalten. Die gute alte Aufklärung ist kein Selbstläufer, da der öffentliche Diskurs zumal in digitalen Zeiten sich als disparates Feld darstellt, in dem jede Meinung ihre - mitunter fatale - Chance bekommt und Wahrheit je unter Ideologieverdacht gestellt werden kann. "Sapere aude", Kants Selbstermächtigungsformel, sich mutig des eigenen Verstandes zu bedienen, ist in unübersichtlichen Verhältnissen zur Risikopackung geworden. Insofern müsste sich die Bildung zunächst über sich selbst aufklären, was nicht ausschließt, dass in komplexen Angelegenheiten der Vorhang zugeht und viele Fragen offen bleiben.
Goedart Palm
30.10.2014
Das digitale Gespenst der Freiheit
Eben meldet mir ein soziales Netzwerk (nicht FB), dass im Fall eines meiner Bekannten ein Kommunikationsinteresse bestehen könnte. Klar, ständig aktualisieren sich unsere Kontakte und wir müssen uns sputen, nicht in das kommunikative Abseits zu geraten. Nun ist dieser Bekannte allerdings verstorben. In Zeiten von zahllosen "Schläfern", ob Terroristen oder FB-Freunden, heißt das aber womöglich nicht viel. Freuen wir uns doch lieber, wie überlegen die digitale Netztechnologie inzwischen zu sein behauptet. Tischrücken war gestern. Wer morgen keine "App" besitzt, über die Jahrhunderte, über Völker und Generationen hinweg zu kommunizieren, verschließt sich dem wahren Imperialismus zukünftiger Medien (im vielfachen Wortsinne). Seit Joseph Weizenbaums "ELIZA" und ihren virtuellen Überbietungen dürfen wir doch vermuten, dass es bei dieser Killerapplikation letztlich nicht mehr auf so schnöde Fragen wie Tod oder Leben ankommt. Wie würde Doc Brown ("Zurück in die Zukunft") sagen: "Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Materie mehr...
Goedart Palm
17.11.2014
Zur "Bearbeutung" der Literatur
In einer digitalen Hanns Heinz Ewers-Werkesammlung lese ich den Vermerk "bearbeutet" von XY. Das lobe ich mir! Als anspruchsvoller Leser will ich mehr als eine einfache Bearbeitung nach neuesten oder ältesten Duden-Regelungen. Simple Rechtschreibung war gestern. Vom Bearbeuter erwarte ich eine kongeniale Text(aus)beute. So wie oft genug der Lektor erst den literarischen Erfolg großer Literatur sichert, wird die Bearbeutung zur ästhetischen Vollnutzung, zur raffiniertesten Politur güldener Stellen. Die einzige Angst, die mich umtreibt, dass spätere Bearbeiter die "Bearbeutung" wieder auf das elementare Niveau einer "Bearbeitung" nivellieren...(Übrigens: Dieser Text wurde bisher nicht "bearbeutet".)
Goedart Palm
01.10.2016
Verfall eines Mediums: Kino
Inzwischen zeigt das Kino selbst die Antiquierungsfallen des Diskurses über Medien an. In den siebziger Jahren war das Kino wirklicher als die Wirklichkeit. Dafür sorgten mehr noch als Hitchcock die ihn teilweise verehrenden Nouvelle Vague-Regisseure wie Godard, Truffaut, Rivette, Chabrol etc. Diese Filme strahlen heute vornehmlich nostalgisches Flair aus, wenn sie überhaupt noch wahrgenommen werden. Das essayistische, ideologiekritische Kino, das geeignet schien, jedes Zuschauerleben mit dem besseren Skript für seine weitere Existenz auszustatten, ist tot. Insofern sind Prognosen zur weiteren Rolle der Kunst und Künste, besser vielleicht der Ästhetik, selten mehr als Aussagen der Gegenwart über sich selbst.