Theater bringt Text und Körper, Bühne und Musik, Inszenierung und Publikum für eine begrenzte Zeit zusammen. Aus dieser Begegnung entsteht eine Kunst, die im Augenblick lebt und zugleich von Wiederholung, Erinnerung und Überlieferung abhängt.
Dieses Portal führt zu den größeren Essays, Kritiken und Projektseiten der Website. Es erzählt keine zweite Theatergeschichte, sondern ordnet die vorhandenen Zugänge und macht ihre unterschiedlichen Perspektiven sichtbar.

Die Kunst, jemand anderes zu sein
Ein großer Essay über Schauspiel, Maske, Rolle und Erscheinung – von Sarah Bernhardt, Max Reinhardt, Brecht und Bernhard Minetti über Hollywood und Jean Arthur bis zu Park Eun-bin und Lawyer Woo.
Zum Essay über Schauspiel →Theater lesen
Ausgewählte Essays, Kritiken und Beobachtungen untersuchen Bühnenwirklichkeit, Dramatik und die Übergänge zu Musik und Popkultur.
Texte zum Theater
Die umfangreiche Textsammlung verbindet Überlegungen zu Theater und Wirklichkeit mit Kritiken und historischen Beobachtungen. Hier findet sich auch die Auseinandersetzung mit Marina Carrs In Marmor.
Beckett
Eine Lektüre des unausdeutbaren Dramatikers, seiner geschlossenen Spielwelten und der schwarzen Komik, mit der das Theater dem Nichts widerspricht.
Theater und Wirklichkeit
Über die Bühne als Schnittstelle von Künstlichkeit und Wirklichkeit – und über ihren nie erledigten Wunsch, mehr als bloße Illusion zu sein.
Zur Premiere: In Marmor
Eine Kritik zu Marina Carrs Stück und seinen beschädigten Figuren, zwischen Alltagswüste, Erinnerung und dem kalten Versprechen vollendeter Form.
Songs for Drella
Anmerkungen zu dem gewagten Versuch, Popkultur, Warhol-Mythos und die Musik von Lou Reed und John Cale auf die Bühne zu bringen.
Eigene inszenatorische Arbeit
Eigene Aktionen und Inszenierungen
Die frühen Räume, Bildaktionen und öffentlichen Auftritte der Formation sind auf der Archivseite Klärwerk III – Anfänge, Aktionen, Bildwelten zusammengeführt.

Blumenkreuz kreuzt Aschenkreuz war eine Aktion von KLÄRWERK III / Freie Internationale Universität Bonn, gemeinsam mit den Grünen realisiert. Sie fand am Aschermittwoch, dem 16. Februar 1983, um 14 Uhr auf dem Bonner Münsterplatz statt. Der öffentliche Stadtraum wurde damit zum Ort einer politischen Performance im Friedens- und Abrüstungskontext der damaligen Auseinandersetzung um die NATO-Nachrüstung.
Das Aschenkreuz wurde als christliches Symbol von Vergänglichkeit und Buße aufgegriffen. Ihm trat das Blumenkreuz als bewusstes Gegen- und Überformungszeichen gegenüber: Das religiöse Zeichen wurde nicht beseitigt, sondern sichtbar gekreuzt und in einen neuen politischen Zusammenhang gestellt.
Beteiligte traten als „postnuclear holocaust mutants“, als postnukleare Mutanten, auf. Durch diese groteske Verfremdung bewegte sich die Aktion zwischen Happening, Straßentheater, Aktionskunst und theatraler Intervention. Sie war kein klassisches Bühnenstück, sondern eine auf Öffentlichkeit, Irritation und mediale Wahrnehmung angelegte Handlung im öffentlichen Raum.
Das TIME Magazine dokumentierte die Bonner Aktion in seinem Beitrag „Protest by the New Class“ vom 28. Februar 1983. CBS News aus New York filmte sie für das amerikanische Fernsehen. Beide Dokumente belegen, dass die mediale Beobachtung nicht nur eine spätere Erinnerung an die Aktion ist, sondern zu ihrer historischen Überlieferung gehört.
Die internationale Resonanz ist ungewöhnlich gut dokumentiert. TIME stellte die Bonner Aktion in den größeren Zusammenhang der westdeutschen Protest- und Grünenbewegung. Auf der folgenden Artikelseite erschien die Aktion selbst mit einem Foto der als „postnuclear holocaust mutants“ bezeichneten Beteiligten. Die Abbildungen werden hier als zeitgenössische Pressebelege für die mediale Wahrnehmung der Aktion dokumentiert, nicht als Wiederveröffentlichung des Beitrags.

Diese Auftaktseite dokumentiert den publizistischen und politischen Rahmen, in den TIME die Bonner Aktion einordnete. Sie wird hier deshalb in zurückgenommener Dokumentgröße gezeigt.

Für die Aktionsgeschichte ist auf dieser Seite das Bonner Foto mit seiner zeitgenössischen Bildunterschrift entscheidend. Die vollständige Seite bleibt als Herkunftskontext erkennbar; ihre Funktion ist der Pressebeleg, nicht die bequeme Lektüre des gesamten Artikels.

Musiktheater, Aufführungen und Archiv
Die folgenden Seiten dokumentieren, begleiten oder kommentieren Theater- und Musiktheaterprojekte aus dem Umfeld der Website. Sie sind nicht sämtlich eigene Produktionen.
Weitere Theaterseiten
Beethoven-Projekte im Überblick
Die chronologische Archivseite bündelt Konzert-, Bühnen- und Vermittlungsprojekte rund um Beethoven.
Bühne frei – weitere Dokumente
Ergänzende Materialien und Erinnerungen aus dem Umfeld der Aufführungen.
Stockhausen
Ein Seitenweg zur performativen Gegenwart neuer Musik und zu ihren Formen der Inszenierung.